von Anton Faber

Sofort nach dem Brand des Berliner Reichstages vom 27. Februar 1933 begann in Deutschland, in dem seit Jänner 1933 der Vorsitzende der NSDAP, Adolf Hitler, als Kanzler fungierte, der Aufbau von Konzentrationslagern, um darin politische Gegner (vor allem Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter, kritische Intellektuelle) einzusperren. Von Anfang an verhafteten Polizei und Hitlers Schergen aber auch Juden – allein auf Grund ihrer Herkunft – und steckten sie in Lager. Die rechtliche Grundlage zur willkürlichen Verhaftung und Inhaftierung politischer Andersdenkender bot die am 28. Februar erlassene „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat“ die unter anderem „Beschränkungen der persönlichen Freiheit, des Rechts der freien Meinungsäußerung (...) auch außerhalb der hierfür bestimmten gesetzlichen Grenzen“ für zulässig erklärte.
Beinahe gleichzeitig entstanden in Oranienburg bei Berlin, Fuhlsbüttel bei Hamburg, Dachau bei München die ersten KZ. 1933 erfolgte die Errichtung von mehr als 50 Lagern, die zum größten Teil die SA kontrollierte (Sturmabteilung – die Schlägertruppe der NSDAP). Systematische Folter, Misshandlungen der Häftlinge bis hin zum Tod standen in diesen Einrichtungen auf der Tagesordnung. Bereits in seinem 1925 erschienen Buch „Mein Kampf“ hatte Adolf Hitler angekündigt, dass er seine Gegner „abzuurteilen und hinzurichten“ gedenke, wenn seine faschistische Bewegung die Macht in den Händen hält. Nach der Ausschaltung der SA und der Ermordung ihres Führers Ernst Röhm – im Jahr 1934 – folgte eine Reorganisation des Lagerwesens. Die Kontrolle wurde der SA entzogen und der SS (Schutzstaffel) unter dem Reichsführer SS, Heinrich Himmler, überantwortet. Es folgte die Schließung etlicher Lager, aber der gleichzeitige Ausbau anderer wie zum Beispiel Dachau. Mit dem Vierjahresplan von 1936 wandelten sich die Lager zunehmend in Zwangsarbeitslager.
Nach der Annexion Österreichs an das faschistische Deutschland im März 1938 wurde die Errichtung eines KZ bei den Granitsteinbrüchen in Mauthausen in Angriff genommen. Im Laufe des Krieges entstanden für dieses KZ ca. 40 Außenkommandos. Die Sterblichkeitsrate unter den Lagerhäftlingen stieg ab 1936 in Folge der unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen, Seuchen, Erschöpfung und Folter an. In Mauthausen starben 1939 über 20 Prozent der dorthin verbrachten Menschen. Mit Beginn des 2. Weltkriegs im September 1939 hatten die KZ-Insassen zunehmend auch Zwangsarbeit für deutsche Industrie- und Rüstungsbetriebe im Rahmen der Kriegsproduktion zu leisten. Es entstanden jede Menge Außenlager in Fabrikanlagen, darunter auch die „Serbenhalle“ in Wiener Neustadt, als Außenlager von Mauthausen. Im von Nazi-Deutschland besetzten Polen entstand ab 1941 die grausamste Variante der Konzenztrationslager, Vernichtungslager, wie Auschwitz-Birkenau, Sobibor, Treblinka, Chelmno, worin unter anderem Sinti, Roma, Homosexuelle, allen voran aber Juden in Gaskammern grausamst zu Tode gebracht wurden. Juden aus Österreich, Deutschland, Ungarn, Norwegen, Italien, Frankreich, Niederlande, Belgien, Slowenien, Kroatien, Serbien, Montenegro, Bosnien-Herzegovina, Bulgarien, Rumänien, Griechenland und aus den von der deutschen Wehrmacht besetzten Teilen der Sowjetunion, wurden in die Todesfabriken deportiert, wo unvorstellbares Grauen herrschte.
Nach der Ankunft in diesen Lagern erfolgte die sogenannte „Selektion“, wobei die als nicht arbeitsfähig eingestuften Menschen (die Mehrheit) oft sofort den Weg in die Gaskammern antreten mussten. In den Vernichtungslagern führten SS-Ärzte auch grausame medizinische Experimente an den Insassen durch. Insgesamt ermordeten die Nationalsozialisten und ihre Helfer ungefähr 6 Millionen Juden. Zu Beginn des Jahres 1945 befanden sich im KZ Mauthausen und den dazugehörigen Außenlagern ungefähr 70.000 Menschen. Am 5. Mai 1945 befreiten amerikanische Truppen das Konzentrationslager auf österreichischen Boden.